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Zusammenstoß von Zug mit zwei Pkw

22.10.2017

(dd) Soltau (stm). Der Sonntagmorgen war für die Aktiven bereits gegen 05:30 Uhr zu Ende. Die Meldempfänger alarmierten sie zu einem Einsatz „Technische Hilfe, Menschenleben in Gefahr, Auf dem Hoyn, Bahnübergang, Zug gegen Pkw, Person klemmt“ in Soltau.
Dort war ein Triebwagen mit zwei Pkw auf einem Bahnübergang zusammengestoßen und hatte die Fahrzeuge noch knapp 50 Meter mitgeschleift.
Ein Pkw war in Brand geraten. Im Zug und in den Pkw befanden sich elf Passagiere, darunter eine Rollstuhlfahrerin. Diese mussten auf freier Strecke aus dem Zug gebracht werden.
Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass sämtliche Ausrüstung wie Schere, Spreizer, Rettungszylinder, Aggregat, Lichtmasten, Schläuche usw. von den Aktiven zum Einsatzort getragen werden mussten. Ebenso die Schlauchleitung, Atemschutzgeräte und weitere Ausrüstung zur Brandbekämpfung. Die Einsatzfahrzeuge kamen nicht nah genug an die Einsatzstelle heran.
Außerdem wurden im Verlauf des Einsatzes Absprachen zum weiteren Vorgehen mit dem hinzugerufenen Notfallmanager der Bahn getroffen und die weiteren Maßnahmen festgelegt.
Parallel dazu wurde eine Verletztensammelstelle in einem Schnelleinsatz-Zelt eingerichtet und die „Verletzten“ betreut.

Bei dem gesamten Szenario handelte es sich um eine geheime Alarmübung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG und der ERIXX GmbH. Die Unfallmeldung wurde vom Zugführer an die eigene Leitstelle in Hannover gemeldet um zu testen, wie schnell die Meldung zum Unfall und die Bestätigung der vollständigen Streckensperrung die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle in Soltau (FRL) erreicht.
Vor dem Triebwagen wurde eine Nebelmaschine eingesetzt, die Verletzten-Darsteller wurden fachgerecht geschminkt und in ihre jeweilige Rolle eingewiesen. Um die Geheimhaltung zu gewährleisten, wurden Familienmitglieder und Verwandte der „Eingeweihten“ engagiert.
Ausgearbeitet haben sie Ortsbrandmeister Sergé Ossowski, Zugführer Andreas Lier, der Notfallmanager der DB Netz AG, Stefan Jatho und der Notdienst der ERIXX GmbH, Timo Henningsen. Da die Bahnstrecke ab etwa 8:00 Uhr wieder frei sein musste, war es nötig, die Übung so früh und an einem Sonntag anzusetzen.

Auch Bürgermeister Helge Röbbert, Stadtbrandmeister Hans-Georg Blumenthal und stellv. Stadtbrandmeister Matthias Meyer waren vor Ort.
„Ich bin beeindruckt von der Schnelligkeit der Feuerwehr, die in knapp 10 Minuten nach der Alarmierung mit mehreren Fahrzeugen und zahlreichen Einsatzkräften vor Ort war. Bei diesem realistischen Szenario, mit dem leider jederzeit gerechnet werden muß, lief nach meinem Eindruck alles glatt“ so Röbbert.

Auch die Organisatoren zeigten sich zufrieden. „Es ist alles gut gelaufen, die Vorbereitung hat sich gelohnt. Zum Glück kam uns nicht kurz vor Übungsbeginn noch ein Realeinsatz dazwischen. Damit wäre die komplette Übung ausgefallen, da es nur ein kurzes Zeitfenster auf der Bahnstrecke gab“ so Sergé Ossowski.
Andreas Lier bedankte sich bei den Anwohnern für die Unterstützung und das Verständnis, dass am Sonntag morgen die Feuerwehr „viel Lärm und Licht“ macht.
Zum Abschluß gab es ein gemeinsames Frühstück im Feuerwehrgerätehaus.


Nach dem Zusammenstoß mit einem Zug brennt ein Pkw


Realistisches Übungsszenario zur frühen Stunde


Auf einem Bahnübergang stößt ein Zug mit zwei Pkw zusammen


Die Feuerwehr rettet verletzte Fahrgäste aus dem Zug


Verletzte, Kinder und Gehbehinderte fordern die Einsatzkräfte

Verletzte werden zur Sammelstelle gebracht
Verletzte werden zur Sammelstelle gebracht


Schweres technisches Gerät muss über den Bahndamm zur Einsatzstelle getragen werden

Eingeklemmte Fahrerin wird aus ihrem Fahrzeug befreit
Eingeklemmte Fahrerin wird aus ihrem Fahrzeug befreit

Mit Schere und Spreizer wird das Fahrzeug auseinander genommen um an die Verletzten zu gelangen
Mit Schere und Spreizer wird das Fahrzeug auseinander genommen um an die Verletzten zu gelangen

Bild: Stephan Meier, Pressesprecher Kreisfeuerwehr Heidekreis